| Kommentar |
Im Mittelpunkt dieses Seminars steht mit Johann Sebastian Bach (gestorben 1750) ein unbestrittener Säulenheiliger europäischer Komponiergeschichte. Es kursieren allerdings gegensätzliche Erzählungen: Während die einen Bachs Rolle als »Wegbereiter« einer musikalischen Zukunft betonen, nennen ihn andere einen »Vollender« und beschreiben sein Schaffen als eine umfassende Synthese vielfältiger vorheriger Entwicklungen und Traditionslinien.
»Wege zu Bach«: Der Titel des Seminars ist einerseits als Ermunterung zu verstehen, sich – hörend, reflektierend, interpretierend – einen individuellen Zugang zum Schaffen des Komponisten zu erarbeiten. Andererseits soll nach Rückbindungen des Bach'schen Kompositionsbegriffs an ältere Traditionen gefragt werden, woraus sich Einblicke in eine »Musikgeschichte vor Bach« ergeben. Haben tatsächlich »Jahrhunderte und Generationen an seinem Werk gearbeitet«, wie es in einer berühmten Formulierung von Albert Schweitzer heißt? Und welche Wege haben eigentlich an Bach vorbeigeführt? |