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BS Einführung in die Musikwissenschaft: Exotismus und nationale Identität - das ‚Ungarische‘ in der europäischen Kunstmusik - Einzelansicht

Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Langtext
Veranstaltungsnummer Kurztext BS
Semester SoSe 2026 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen Max. Teilnehmer/-innen 16
Rhythmus jedes Semester Studienjahr
Credits Ohne Prüfung: 2 CP Belegung Belegpflicht
Hyperlink  
Belegungsfrist Anmeldefrist MuWi    31.03.2026 - 19.04.2026    aktuell Anmeldefrist MuWi    31.03.2026 - 19.04.2026    aktuell Anmeldefrist MuWi    31.03.2026 - 19.04.2026    aktuell
Termine Gruppe: [unbenannt] iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
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Mi. 16:00 bis 18:00 c.t. woch 15.04.2026 bis 22.07.2026  Gebäude_e - e_1.15         16
Gruppe [unbenannt]:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Gaumert, Sönke , M.A. verantwortlich
Zuordnung zu Einrichtungen
Fachbereich Musik
Fachbereich Musikvermittlung
Musikwissenschaftliches Institut
Inhalt
Kommentar

 

Was ist eigentlich ‚ungarisch‘ an Liszts Rhapsodien oder Brahms' Ungarischen Tänzen? Und wer entscheidet darüber - ungarische Musiker selbst oder westeuropäische Komponisten, die diese Musik als exotisch vermarkten?

Im Seminar untersuchen wir die Konstruktion des ‚Ungarischen‘ in der europäischen Kunstmusik vom frühen 19. Jahrhundert bis in die 1940er Jahre. Dabei interessiert uns besonders die Spannung zwischen Selbstverständnis
ungarischer Musiktraditionen und ihrer Wahrnehmung von außen: Wie wird ‚das Ungarische‘ für ein westeuropäisches Publikum erst skizziert, inszeniert und damit überhaupt vermarktbar gemacht?

Wir schauen uns an, wie Komponisten von Weber bis Bartók mit diesem Spannungsfeld umgegangen sind.
Während etwa Liszt und Brahms ‚Ungarisches‘ als pittoresken Kontrast zum bürgerlichen Konzertsaal inszenieren, beginnen Bartók und Kodály mit systematischer Forschung, um tatsächliche Volksmusiktraditionen zu dokumentieren. Dabei stellt sich die Frage: Löst ethnografische Forschung das Problem der
Exotisierung - oder schafft sie andere Formen kultureller Aneignung?

Literatur

 

Bartók, Béla: Hungarian Folk Music, Oxford University Press, London 1931.

Klotz, Volker: Operette. Porträt und Handbuch einer unerhörten Kunst, Bärenreiter, Kassel 2004.

Kremer, Joachim: Französische Musik zwischen Nationalismus und Pluralismus. Aspekte eines nationalen Diskurses zwischen 1871-1920, von Bockel Verlag, Münster 2025.

Kristeva, Julia: Fremde sind wir uns selbst, Suhrkamp, Frankfurt 1990.

Locke, Ralph: Musical Exoticism. Images and Reflections, Cambridge University Press, Cambridge 2009.

Leistungsnachweis

Bedingung für den Erwerb eines BN: Regelmäßige und aktive Teilnahme, Bearbeitung wöchentlicher Aufgaben 

AP: Nach Vereinbarung


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Die Veranstaltung wurde 15 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden: