Als „wortlose“ Kunst, die menschliche Emotionen wirkungsvoll auszudrücken und unmittelbar anzuregen vermag, spielt Musik in Diktaturen und autokratischen Systemen einen kaum zu überschätzende Rolle. Die politische Kontrolle und Vereinnahmung von Musik im nationalsozialistischen Deutschland und der stalinistischen Sowjetunion, aber auch die Angriffe auf die Kunstfreiheit in den Autokratien der Gegenwart führen dies eindrücklich vor Augen.
Im Rahmen des Seminars werden wir uns mit der Rolle von Musik in Diktaturen und Autokratien aus unterschiedlichen Perspektiven befassen. Wie wird Musik von wem eingesetzt? Welche Funktionen erfüllt sie? Wie verändert sich unter den Bedingungen der (systematischen) Einschränkung von Freiheitsrechten und der (totalitären) Kontrolle des öffentlichen und privaten Lebens die Produktion, Distribution, Aufführung und Rezeption von Musik? Und wie spiegeln sich diese Restriktionsmaßnahmen und die Versuche, sie zu unterlaufen, in der Musik selbst?
Anhand ausgewählter Fallbeispiele aus Vergangenheit und Gegenwart sollen diese Fragen exemplarisch diskutiert werden. Als Ausgangspunkt dient dabei das Leben und Schaffen von Dmitri Schostakowitsch, dessen 11. Sinfonie das Hochschulorchester gemeinsam mit Rüdiger Bohn im Herbst einstudiert und Ende November in der Tonhalle aufführt.
Der Seminarplan wird zu Semesterbeginn gemeinsam mit den Teilnehmenden abgestimmt.
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