Die Nachkriegszeit markiert in der Geschichte des Musiktheaters eine Phase umgreifender Neuorientierung. Abseits der großen abendfüllenden Formate und im Rückgriff auf die Zeitoper der 1920er Jahre etablierten sich Einakter-Kammeropern als Experimentierfelder für verdichtete formale und gattungsbezogene Innovationen sowie gesellschaftspolitische Diskurse.
Unter dem Titel „Swinging Satire“ untersuchen wir am Beispiel ausgewählter Werke den Einsatz von Ironie, Parodie und populärmusikalischen Stilmitteln (Jazz, Broadway u.a.) zur Demontage gesellschaftlicher Fassaden. Im Zentrum stehen dabei drei Werke, die im Rahmen des nächsten RSH-Opernprojektes im April 2027 von Studierenden der RSH zur Aufführung gebracht werden: Samual Barbers A Hand of Bridge (1959), Leonard Bernsteins Trouble in Tahiti (1952) und William Waltons The Bear (1967).
Das Seminar steht in direktem Zusammenhang mit diesem Projekt und bietet die Gelegenheit, sich mit Schlüsselwerken der angloamerikanischen Nachkriegs- Operngeschichte aus unterschiedlichen Perspektiven auseinanderzusetzen (kulturhistorische Kontexte, Werkanalysen, Entstehungs-, Aufführungs- und Rezeptionsgeschichte, Interpretationsansätze etc.). Eines der Seminarziele ist es, die RSH-Opernproduktion musikwissenschaftlich vorzubereiten und idealiter auch publizistisch zu begleiten (durch Programmheftbeiträge, Podcasts, Einführungsvorträge o.ä.).
Nicht nur Mitwirkende des Opernprojekts, sondern auch alle anderen Interessierten sind herzlich willkommen! Zur besseren Planung wird um Voranmeldung per E-Mail gebeten (gundela.bobeth@rsh-duesseldorf.de). Alle Teilnehmer*innen mögen sich bereits im Vorfeld mit den drei genannten Werken vertraut machen. |