| Kommentar |
Nach Johann Sebastian Bachs Wohltemperiertem Clavier und der Etablierung der ungleichschwebenden Stimmungen für Tasteninstrumente wird das Komponieren von Klavierzyklen in allen 24 Dur- und Molltonarten zu einer gleichsam kanonischen Herausforderung. Im 19. Jahrhundert entstehen zahlreiche Sammlungen von Präludien und Fugen, aber auch Etüden, die meist die von Bach verwendete chromatische Abfolge zu Gunsten einer Anordnung nach dem Quintenzirkel aufgeben, so etwa die Zyklen von Hummel, Chopin, Czerny, Alkan und Busoni. Von besonderem Interesse ist die systematische Verwendung aller Tonarten auch für russische und sowjetische Komponisten, etwa Rachmaninov, Skrjabin, Schostakowitsch und Kabalevskij. Im Seminar werden die Traditionslinien des omnitonalen Komponierens in Mittel- und Osteuropa nachverfolgt. Dabei wird das stilistisch vielfältige Repertoire in Form von schlaglichtartigen Einzelanalysen erschlossen. |
| Literatur |
Arnfried Edler: Gattungen der Musik für Tasteninstrumente, Teil 2–3, = Handbuch der musikalischen Gattungen Bd. 7.2 / 7.3 Laaber 2003–2004. Jaroslaw Mianowski: »24 Präludien von Chopin und die Charakteristik der Tonarten im 19. Jh.«, in: Irena Poniatowska (hg.), Chopin and his Work in the Context of Culture, Bd. I, Kraków 2003. Eric Beuerman: The Evolution of the Twenty-Four Prelude Set for Piano, University of Arizona 2003. Wendelin Bitzan: »Durch alle Tonarten: Omnitonale Präludienzyklen für Klavier«, in: Archiv für Musikwissenschaft, Nr. 3 / 2016, 185–219. |
| Bemerkung |
Die Lehrveranstaltung findet im wöchentlichen Wechsel in Präsenz und online via MS Teams statt.
– Präsenztermine: 14.10., 28.10., 11.11., 25.11., 09.12.2026, 06.01, 20.01. und 03.02.2027 – Online-Termine: 21.10., 04.11., 18.11., 02.12., 16.12.2026, 13.01., 27.01.2027 |