| Kommentar |
Geschlechtsspezifische Zuschreibungen und Stereotype prägen die Musikgeschichte in vielfältiger Weise. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Stimme – insbesondere ihre Stimmlage. An ihr knüpfen sich Erwartungen an Geschlecht, Charakter und soziale Rollen, die je nach historischem und kulturellem Kontext bestätigt, unterlaufen, bewusst infrage gestellt oder spielerisch und humorvoll verarbeitet werden. Dies geschieht etwa durch Hosenrollen im Musiktheater, die Einteilung in Stimmfächer, Klangideale von Knaben- und Mädchenchören oder durch Strategien der Selbstinszenierung und Stimmgestaltung in Rock-, Pop- und elektronischer Musik.
Welche Vorstellungen von Geschlecht werden in unterschiedlichen musikalischen Kontexten vermittelt? Wie verändern sie sich im Laufe der Geschichte? Welche Bedeutung haben dabei biologische Voraussetzungen, kulturelle Normen und künstlerische Gestaltung?
Das Seminar geht diesen Fragen anhand von Beispielen aus verschiedenen Epochen, Gattungen und musikalischen Kulturen nach. Eine Beschränkung auf bestimmte Zeiträume oder Stilrichtungen gibt es nicht. Die Studierenden sind eingeladen, eigene Interessen, musikalische Erfahrungen und Fragestellungen einzubringen. Auch künstlerische Beiträge sind im Rahmen einer wissenschaftlich fundierten Präsentation und Reflexion ausdrücklich willkommen. |
| Leistungsnachweis |
BN: Regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit. Regelmäßige Erledigung von Hausaufgaben. Übernahme eines Referates/einer Präsentation.
AP: Mündliche Prüfung, falls lt. Modulhandbuch erforderlich.
AP-Anmeldefrist: 17.12.2026
AP-Themenabgabe: 21.01.2027
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