„Es ist des Lernens kein Ende“, wusste bereits Robert Schumann. Beim Üben und Einstudieren sei der Kopf nicht weniger wichtig als die Finger. Wer sich ernsthaft mit Musik befasst, weiß, wie sehr das Üben den Alltag prägt und wie viele Fragen damit verbunden sind. Denn wie und was geübt wird, hängt nicht nur von persönlichen Erfahrungen, Vorstellungen und Vorlieben ab, sondern wird auch durch viele andere Faktoren beeinflusst.
Im Rahmen des Seminars werden wir uns mit diesem faszinierenden Praxisfeld aus verschiedenen Perspektiven beschäftigen. Welche Praktiken und Vorstellungen sind mit den grundlegenden musikalischen Tätigkeiten des Übens und Einstudierens verbunden? Wie verändern sich das Praxisfeld und die damit verbundenen Diskurse und Narrative im Lauf der Geschichte und welche Rolle spielen kulturelle Prägungen? Wie blicken Musiker*innen selbst auf dieses komplexe Thema? Was haben unterschiedliche Wissenschaften wie die Medizin und Neurobiologie, die Musikpädagogik oder die Musikwissenschaft dazu zu sagen? Und was bedeutet all dies für mein eigenes Üben?
Das Seminar versteht sich als Diskussionsforum mit Projektcharakter. Welche thematischen Schwerpunkte wir legen und wie wir vorgehen, wird zu Semesterbeginn gemeinsam besprochen. Wichtig für das Gelingen der Veranstaltung ist dabei die regelmäßige und engagierte Mitarbeit sowie die grundsätzliche Bereitschaft, eigene Erfahrungen in die Diskussion einzubringen. Zu einigen Sitzungen werden voraussichtlich externe Expert*innen zu uns kommen, darunter der renommierte Neurowissenschaftler und Musikermediziner Prof. Dr. Eckart Altenmüller. |